Freude über rege Teilnahme – Erzählcafé zu Kindheit und Jugend in Isny

 Von katholischen Toiletten und der großen Freiheit

25 Isnyer haben begeistert auf vergangene Zeiten zurückgeblickt: Im Rahmen des Erinnerungscafés, das vom Projekt „Panoramapartner“ ins Leben gerufen wurde, trafen sie sich in der „Unteren Mühle“ und tauschten sich über ihre Kindheitserfahrungen in den 40er-, 50er- und 60er-Jahren aus. Museumleiterin Ute Seibold, die die Besucher empfing, freute sich sichtlich über das so zahlreiche Erscheinen – vor allem angesichts des sonnigen Wetters.

Am intensivsten wurde gleich zu Beginn über das frühere Schulleben diskutiert. Edith Rauneker brachte einen ganzen Ordner mit Fotos und Berichten über ihre Schulzeit mit, der von ihren Sitznachbarn interessiert begutachtet und kommentiert wurde. Gerda Maier hatte angesichts des Fotos ihres ehemaligen Schulgebäudes sofort eine erheiternde Geschichte in petto. Sie erzählte von den durch eine Mauer abgetrennten Bereichen, von denen einer für die katholischen Schüler und einer für die evangelischen Schüler bestimmt war. Auch die Toiletten waren getrennt zu benutzen. Eines Tages gab es eine lange Schlange vor „ihrer“ Toilette, doch das Mädchen Gerda „musste so dringend, da hab’ ich einfach gefragt: Darf ich ausnahmsweise auf ein katholisches Klo gehen?“.

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Als es noch evangelische und katholische Gäule gab

Erzählcafé: Frühere Verkehrs- und Transportmittel in Isny

Das Projekt „Panorama-Partner“ soll die diesjährige „museumslose Zeit“ in Isny überbrücken und mit Erfahrungsberichten aus verschiedensten Lebensbereichen vergangene Jahrzehnte noch einmal lebendig werden lassen. Kürzlich waren es nun Erinnerungen an die frühere „Mobilität“, an einstige Fortbewegungs- und Transportmittel. Rund 20 ältere Isnyer kamen und füllten das Thema mit Leben.

Im Museum am Mühlturm gäbe es zwar viele Bilder und Fotos von Autos, Lastwagen, Kutschen, Motorrädern und landwirtschaftlichen Gerätschaften. „Aber wenn die Geschichten dazu fehlen, dann ist das alles nicht viel wert“, sagte Museumsleiterin Ute Seibold bei der Begrüßung. „Objekte ohne das Leben drumherum bleiben leblos.“

Hubert Jäger zeigte Ausschnitte aus seinem Film über das „Isny Bähnle“ und alte Fotos. Erzählt wurde, dass Gastfamilien beispielsweise ihre Gäste und deren Gepäck mit dem Handwagen vom Bahnhof abholten.  Weiterlesen

Erinnerungscafé Isny: frühere Verkehrs- und Transportmittel

Die Städtischen Museen Isny laden zum Erinnerungscafé rund um das Thema „Verkehrs- und Transportmittel – von Kutschen, dem ersten Fahrrad oder Automobil zum Isny-Bähnle“ ein.

Wer kann sich an sein erstes Fahrrad erinnern? Wo kaufte man früher in Isny sein Automobil oder Motorrad? Wo parkten Kutschen? In gemütlichen Atmosphäre wollen die Veranstalter im Rahmen des Projekts Panorama Partner (gefördert von der Kulturstiftung des Bundes im Fonds Stadtgefährten) am Mittwoch, 21. März, ab 14.30 Uhr in der Begegnungsstätte „Untere Mühle“ in die Vergangenheit der „Verkehrs- und Transportmittel“ in Isny abtauchen.

Nach der aktuellen Diskussion um die Gestaltung des Marktplatzes und der entfernten Platanen liegt es laut Veranstalter nahe, einen Blick zurück ins Jahre 1954 zu werfen. Damals wurde die mehr als 300 Jahre alte Obertorlinde zugunsten des innerstädtischen Verkehrs gefällt. Wer kann sich noch an diesen „Lindenkrieg“ erinnern? Auch über die Stilllegung der Bahnstrecke Kempten-Isny 1984 wird gesprochen. Die Nachfrage nach der DVD „Das Isny Bähnle“ von Hubert Jäger und dem Buchenberger Heimatmuseum zeige deutlich das Interesse, heißt es. Unvergessen seien die winterlichen Zugfahrten als der Schnee das Durchkommen sehr erschwerte. Wer hat noch Fahrkarten, Fotos oder Zugfahrpläne?

Erinnerungscafé in Isny mit wertvollen Beiträgen: Die ehemalige Seiden- und Garnspinnerei C.U. Springer

Das Projekt „Panoramapartner“ hat sich vorgenommen, während der „museumslosen Zeit“ in Isny mit Erfahrungsberichten und vorhandenen Bildern die jüngere Geschichte der Stadt durch Zeitzeugen lebendig werden zu lassen und sie auch für nachfolgende Generationen festzuhalten. Diesmal lud Museumsleiterin Ute Seibold in die „Untere Mühle“ ein zu Erinnerungen an die Seiden- und Garnspinnerer C.U. Springer, zusammen mit Petra Eyssel und Liane Menz vom Verein „Freunde der Appretur“.

Es war, als hätten die ehemaligen „Springerleit’“, ihre Angehörige und auch Nachbarn der Firma nur auf diesen Tag gewartet, um endlich aus reicher und ganz unterschiedlicher Erfahrung während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erzählen zu dürfen – es wurde ein bunter Erzähl- und Begegnungsnachmittag. Seibold zeigte sich höchst überrascht und erfreut vom großen Interesse an diesem Erinnerungscafe‘ – und hatte alle Mühe, die vielen wertvollen Beiträge zu koordinieren.

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Erinnerungscafé emotional – Winter in Isny

Um den Winter kreiste das zweite „Erinnerungs-Café“, jener spannenden, von den „Panorama-Partnern“ im Stadtmuseum initiierten Reihe, in der Isnyer ihre Erinnerungen austauschen. Und in der „Unteren Mühle“ ging es diesmal verblüffend emotional zu: Schon in der Vorstellungsrunde zauberten die kurzen, persönlichen Rückblicke den gekommenen Gästen umgehend ein Lächeln ins Gesicht. „Ich höre noch das Geläute, […]

Wie war das früher? Museum lädt zum Erinnerungscafé

Wie war das früher?

Die Städtischen Museen Isny starten eine Reihe von Erinnerungs-Cafés. Am Mittwoch, 24. Januar, soll „Winter in Isny“ Thema sein bei der gemütlichen Begegnung in der „Unteren Mühle“. Das erste Treffen im Dezember mit dem Thema: „Wer weiß was aus der Zeit von Eugen Felle?“ bot spannende Einblicke in den Alltag von früher (die Schwäbische Zeitung berichtete). Gesprächsrunden in lockerer Atmosphäre finden jetzt ab sofort einmal im Monat immer von 14.30 bis 17.00 Uhr statt. „Eingeladen sind alle Isnyer und Isnyerinnen, die gerne von früher erzählen oder gerne Geschichten hören, wie es früher in Isny war“, teilen die Veranstalter mit.

Wie anregend persönlich erzählte Geschichten wirken, kann Waltraud Böhm-Neuhäuser vom Stadtseniorenrat aus erster Hand bestätigen. Über Jahre besuchte sie mit Zeitzeugen die Isnyer Schulen. Gerade auch junge Leute fänden die Geschichten sehr beeindruckend.

Bei den Treffen sind ihr neben den persönlichen Erinnerungen vor allem die Geselligkeit und der Austausch von Gedanken wichtig. Jedes Erinnerungscafé steht unter einem bestimmten Thema. Beim Treffen am Mittwoch, 24. Januar, soll es um den „Winter in Isny“ gehen: Welche Traditionen wurden gepflegt? Was ist Christbaumloben? Welche Bedeutung hatte der Wintersport? Wie wurde die Fasnet gefeiert? Gab es wirklich mehr Schnee als heute? Auch über alte Fotografien würden sich die Organisatorinnen sehr freuen.

Die Erinnerungs-Cafés sind Teil des Museumsprojekts Panorama_Partner, das von der Kulturstiftung des Bundes im Fonds Stadtgefährten gefördert wird. Als örtlicher Partner unterstützen die Freunde der Appretur Isny e.V., die Informationen zur Isnyer Arbeiterschaft zusammentragen.

INFO: Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos. Zum gemütlichen Beisammensein gibt es Kaffee und Kuchen. Für alle mit Bedarf, wird ein kostenloser Hol- und Bring-Service angeboten. Der Service kann bis zwei Tage vorher unter der Telefonnummer 07562 93434 reserviert werden.

Themen Januar bis Juni 2018

Anmeldung: hier

Ort: Untere Mühle (Seidenstr. 41), jeweils Mittwoch, 14.30 Uhr – 17 Uhr

Mittwoch, 24. Januar 2018
„Winter in Isny“ – Raunächte, Närrische Zeit, Sport und Brauchtum

Mittwoch, 28. Februar 2018
„Die Firma C.U. Springer“ – wie sah der Alltag der ehemaligen Auszubildenden, Angestellten und Arbeiter aus?

Mittwoch, 21. März 2018
„Verkehrs- und Transportmittel“ – von Kutschen, dem ersten Fahrrad oder Automobil zum Isny-Bähnle

Mittwoch, 18. April 2018
„In Isny als Kind“ – Wie war früher Kindheit in Isny? Erinnerungen an Kindergärten und Schulen

Mittwoch, 23. Mai 2018
„Ausgehen und Einkehren in Isny“ – Wirtschaften und Kneipen

Mittwoch, 20. Juni 2018
„Kinderfest- und Heimatfest“ – das traditionsreichste Isnyer Fest

 

Panorama_Partner – Geschichten über das alte Isny

Zahlreiche Gäste besuchen das Erinnerungscafé

Gelungener Auftakt: Das Erinnerungscafé von „Panorama_Partner“ hat am Freitag ein gutes Dutzend Gäste gezählt, die noch viel über das alte Isny wussten und einiges aus ihrem Alltag berichten konnten: Als es noch eine große Rolle spielte, ob man evangelisch oder katholisch war. Als Dorfbewohner mit Pferdekutschen am Sonntag in die Stadt kamen. Als die Läden nach der heiligen Messe noch von elf bis ein Uhr geöffnet hatten und sich die Menschen nach dem Einkauf in einer der 42 Wirtschaften, Gaststätten und Schankstuben trafen.

„Es war unheimlich interessant zu hören, was echte Ur-Isnyer zu erzählen hatten“, sagte die Leiterin des Projekts „Panorama_Partner“ strahlend am Ende des Nachmittags. Gespannt lauschte auch Tosca Maria Kühn, die Journalistin und Urenkelin des Postkartenmalers Eugen Felle den Erzählungen. „Es haben sich sehr interessante Persönlichkeiten in die Zunftstube aufgemacht“, freute sie sich. Darunter waren Geschäftsinhaber aus der Wassertorstraße, ein ehemaliger Gemeinderat, ein Filmforscher, ein Felle-Fan Jahrgang 1933, eine Stadtführerin, ein Handwerker, eine Nachbarin der Familie Felle, eine Frau aus der Vorstadt und eine Heimatforscherin. Alle erzählten viele Details aus ihrem Leben und noch mehr aus dem Leben in der Stadt Isny.

Zwar stand laut Ankündigung der Postkartenmaler Eugen Felle im Mittelpunkt der Gespräche, aber „es gibt wohl niemanden mehr, der ihn noch persönlich kannte, den wir noch nicht gefunden haben“, sagt Projektleiterin Ursula Winkler. Enttäuscht sei sie deshalb aber nicht. „Für mich ist es genauso spannend, mit Isnyern über frühere Lebensbedingungen und den Menschenschlag in dieser Stadt zu sprechen.“ Das Fazit von allen: „Sowas muss man öfters machen!“

(Artikel/Foto: Stefanie Böck, Schwäbische Zeitung vom 2. Januar 2018, Lokalausgabe Leutkirch/Isny/Bad Wurzach)