Panorama_Partner Isny: Kinder, Kunst und Stadtansichten

Raus aus dem Schulhaus, rein in die Heimatkunde: Im Rahmen des Projekts „Panorama-Partner“ treffen sich jeden Donnerstag 15 Isnyer Grundschüler in der ehemaligen Zunftstube und gestalten ihre Stadtansichten. „Die Kinder sollen Isny beobachten und sich mit der Stadt befassen“, sagt Elisabeth Sauterleute, die Leiterin der gleichnamigen Kunstschule in Leutkirch, die den Kindern den Raum und das Material bietet für ihre ganz individuellen Ideen – ohne Schranken im Kopf und genaue Vorgaben.

„Hier kommen lauter unterschiedliche Köpfe zusammen und denken gemeinsam quer“, erklärt ihre Kollegin und Tochter Eva Sauterleute das Ziel ihrer täglichen Arbeit und der kreativen Aktion in Isny. Die ausgebildete Gymnasiallehrerin im Fach Bildende Kunst vermittelt vor allem eins: einen unendlichen Spaß am Gestalten. Gekonnt tackert sie Leinwände fest, erklärt unermüdlich Farbpigmente, macht den Kindern Mut, die bunten Kleckse einfach zu verreiben – mit den Fingern. Heraus kommen lauter Flecken. Mal düster und klein, mal kräftig und grell. Ist das Kunst? „Genau das. Es ist für jeden etwas anderes. Die einen stört es, wenn die Farbe ineinanderläuft. Die anderen finden es wunderschön.“ Weiterlesen

Theaterworkshop für Kinder und Jugendliche am 14.2. und 15.2.2018 in Isny

Kompakt-Theaterworkshop für Kinder und Jugendliche ab acht Jahre. In der Zeit von 10 bis 15 Uhr soll an zwei Tagen ein Mini-Stück entstehen, das sich um Isnys Stadtgeschichte und das Leben des Postkartenmalers Eugen Felle dreht. Die Leitung übernimmt Regiseurin und Theaterpädagogin Ute Dittmar. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung bis zum 2. Februar und Info zum Theaterworkshop unter info@panorama-partner-isny.de oder unter 0160 5020900. Spielort ist die alte Zunftstube am Museum am Mühlturm.
Mitzubringen sind bequeme Kleidung, leichte Schuhe und Vesper. Getränke werden gestellt.

Heimatkunde reloaded – Panorama_Partner auf facebook

Heimatkunde reloaded: Panorama_Partner auch bei facebook! We like!

Wie war das früher? Museum lädt zum Erinnerungscafé

Wie war das früher?

Die Städtischen Museen Isny starten eine Reihe von Erinnerungs-Cafés. Am Mittwoch, 24. Januar, soll „Winter in Isny“ Thema sein bei der gemütlichen Begegnung in der „Unteren Mühle“. Das erste Treffen im Dezember mit dem Thema: „Wer weiß was aus der Zeit von Eugen Felle?“ bot spannende Einblicke in den Alltag von früher (die Schwäbische Zeitung berichtete). Gesprächsrunden in lockerer Atmosphäre finden jetzt ab sofort einmal im Monat immer von 14.30 bis 17.00 Uhr statt. „Eingeladen sind alle Isnyer und Isnyerinnen, die gerne von früher erzählen oder gerne Geschichten hören, wie es früher in Isny war“, teilen die Veranstalter mit.

Wie anregend persönlich erzählte Geschichten wirken, kann Waltraud Böhm-Neuhäuser vom Stadtseniorenrat aus erster Hand bestätigen. Über Jahre besuchte sie mit Zeitzeugen die Isnyer Schulen. Gerade auch junge Leute fänden die Geschichten sehr beeindruckend.

Bei den Treffen sind ihr neben den persönlichen Erinnerungen vor allem die Geselligkeit und der Austausch von Gedanken wichtig. Jedes Erinnerungscafé steht unter einem bestimmten Thema. Beim Treffen am Mittwoch, 24. Januar, soll es um den „Winter in Isny“ gehen: Welche Traditionen wurden gepflegt? Was ist Christbaumloben? Welche Bedeutung hatte der Wintersport? Wie wurde die Fasnet gefeiert? Gab es wirklich mehr Schnee als heute? Auch über alte Fotografien würden sich die Organisatorinnen sehr freuen.

Die Erinnerungs-Cafés sind Teil des Museumsprojekts Panorama_Partner, das von der Kulturstiftung des Bundes im Fonds Stadtgefährten gefördert wird. Als örtlicher Partner unterstützen die Freunde der Appretur Isny e.V., die Informationen zur Isnyer Arbeiterschaft zusammentragen.

INFO: Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos. Zum gemütlichen Beisammensein gibt es Kaffee und Kuchen. Für alle mit Bedarf, wird ein kostenloser Hol- und Bring-Service angeboten. Der Service kann bis zwei Tage vorher unter der Telefonnummer 07562 93434 reserviert werden.

Themen Januar bis Juni 2018

Anmeldung: hier

Ort: Untere Mühle (Seidenstr. 41), jeweils Mittwoch, 14.30 Uhr – 17 Uhr

Mittwoch, 24. Januar 2018
„Winter in Isny“ – Raunächte, Närrische Zeit, Sport und Brauchtum

Mittwoch, 28. Februar 2018
„Die Firma C.U. Springer“ – wie sah der Alltag der ehemaligen Auszubildenden, Angestellten und Arbeiter aus?

Mittwoch, 21. März 2018
„Verkehrs- und Transportmittel“ – von Kutschen, dem ersten Fahrrad oder Automobil zum Isny-Bähnle

Mittwoch, 18. April 2018
„In Isny als Kind“ – Wie war früher Kindheit in Isny? Erinnerungen an Kindergärten und Schulen

Mittwoch, 23. Mai 2018
„Ausgehen und Einkehren in Isny“ – Wirtschaften und Kneipen

Mittwoch, 20. Juni 2018
„Kinderfest- und Heimatfest“ – das traditionsreichste Isnyer Fest

 

Drohnen, Quiz und Selfie-Stick

Studenten der Hochschule Kempten stellen Erlebnis-Ideen für Isny vor

Wie kann Isny bekannter werden und möglichst viele Menschen ansprechen? Mit dieser und anderen Fragen haben sich Master-Studenten der Hochschule Kempten beschäftigt. Sie erstellten Erlebnis-Konzepte für die Stadt Isny, die sie am Montagvormittag im Rathaus vorstellten.

Für ihre Semesterarbeit haben Studenten des Studiengangs „Innovation, Unternehmertum und Leadership“ an der Fachhochschule mit der Stadt Isny zusammengearbeitet. Bei diesem Projekt sollten die Studenten Konzepte entwickeln, wie der Erlebnischarakter von Isny gestärkt werden könnte. Unterstützt wurden sie dabei auch von den Initiatoren des Museums-Projekts „Panorama_Partner“, weshalb ein weiteres Ziel war, dass die Erlebnisse Bezug zum Thema „Isny von oben“ und zu Eugen Felle haben, dem berühmten Postkartenmaler aus Isny.

„Die Studenten bekommen eine Note auf ihre Konzepte. Den Isnyern übergeben wir die Ideen als Geschenk“, sagte Professorin Raija Seppälä-Esser, die die Studenten bei der Entwicklung der Konzepte im Fach „Erlebnis Designs“ betreute. Welche Vorschläge weiterentwickelt und ob gar einzelne Ideen umgesetzt werden, bleibt jetzt der Stadt überlassen.

„Stadtflug – Isny von oben“
In fünf Gruppen stellten die Studenten ihre Erlebnis-Ideen für Isny vor. „Stadtflug – Isny von oben“ heißt eines dieser Konzepte. Dabei sollen die Zuschauer einen virtuellen Flug über Isny und die Umgebung erleben können. Wie einst Eugen Felle die Stadt von oben malte, will diese Studentengruppe die Landschaft von oben zeigen. Gedreht werden könnten Videos mit einer Drohne. Zwei altersgruppengerechte Filme sollen die Zuseher begeistern und emotional an Isny binden. Die Filme könnten beispielsweise bei der Allgäuer Festwoche gezeigt werden, schlugen die Studenten vor. Mithilfe von Virtual-Reality-Brillen soll das Gesehene noch authentischer wirken.

„Isny Interaktiv“
„Isny Interaktiv“ heißt die Idee eines weiteren Teams. Darunter stellen sich die Studenten einen Stadtrundgang vor. Auf dem Weg können Teilnehmer per Smartphone Quizfragen beantworten und Aufgaben lösen. „Natürlich spielt hier auch der Wettbewerbsgedanke eine Rolle. Am Ende kann man sein Ergebnis mit dem der anderen Besucher vergleichen“, erklärte einer der Studenten. Digitale Tafeln auf dem Weg zeigen die Aufgaben oder geben Hinweise. Außerdem sei es möglich, an einigen Tafeln einen Selfie-Stick zu integrieren. So könnten die Besucher an verschiedenen Orten schnell und einfach ein Foto von sich schießen, es virtuell teilen, digitale Inhalte zur Stadt liefern.

„Der Stravanzer“
Die Idee eines Stadtrundgangs griff auch eine weitere Gruppe auf. Unter dem Titel „Der Stravanzer“ möchten die Studierenden eine Art Schnitzeljagd erstellen, den Besuchern Rätsel aufgeben und sie so von Ort zu Ort schicken. Historische Gebäude sollen genauso erkundet werden wie regionale Geschäfte und Lokale. Das Ziel solle das dann neu eröffnete Stadtmuseum sein. Eine Möglichkeit sei, Themen-Touren anzubieten. Die Gruppe denkt dabei zum Beispiel an einen „Lola-Lauf“, benannt nach dem Hund von Eugen Felle, den Isny-Besucher zum Herrchen zurückbringen müssen.

„Das Eugen-Felle-Mobil“
Mit einem „Eugen-Felle-Mobil“ würde das vierte Team Isny und seine Geschichte bekannter machen. Ein großer Kleinbus könne im Innenraum zu einem Mini-Museum umgestaltet werden., ausgestattet mit Bildern aus der Vogelperspektive, wie jenen von Felle, mit Videos von Isny und interaktiven Elementen wie in einem Quiz. Außerdem soll es im Mobil Felle-Bilder zum Ausmalen und Souvenirs geben. Das Mobil könnte bei Veranstaltungen im Umkreis, vor Schulen oder auf Märkten zum Einsatz kommen.

„#Isnygefellet“
Einen eigenen Hashtag hat die fünfte Gruppe für Isny erdacht: Unter „#Isnygefellet“ könnten künftig im Internet hochgeladene Bilder und Videos oder Texte gefunden werden. Die Studenten schlagen weiter vor, Fotoaktionen zu starten und alle eingereichten Bilder zu einem Mosaik im Stadtmuseum zusammenzufassen. Auch einen Wettbewerb, bei dem Kinder Postkarten gestalten sollen, und einen Senioren-Treff, bei dem sich die Teilnehmer über das frühere und das heutige Isny austauschen können, könnten sich die Studenten vorstellen. Mit den beiden letzteren Vorschlägen trifft das Team wohl genau den Geschmack der Stadt. Denn sowohl die Postkarten-Aktion, als auch das Treffen für Senioren gibt es in Isny, unabhängig von dem studentischen Projekt, bereits.

Bianca Keybach vom Stadtmarketing gefällt „#Isnygefellet“ besonders. „Was Social Media angeht, hat Isny noch Nachholbedarf. Mit diesem Vorschlag könnten wir schnell und einfach viele Menschen über das Internet erreichen“, sagt Keybach. Aber auch andere Konzepte haben Keybach überzeugt. Im Februar wird sie an der Hochschule in Kempten zu Gast sein und detailliert über die einzelnen Projekte sprechen. „Ich würde mich freuen, wenn wir die eine oder andere Idee wirklich übernehmen könnten“, erklärt sie.

(Artikel/Foto: Corinna Konzett, Schwäbische Zeitung vom 16. Januar 2017, Lokalausgabe Leutkirch/Isny/Bad Wurzach)

Panorama_Partner – Geschichten über das alte Isny

Zahlreiche Gäste besuchen das Erinnerungscafé

Gelungener Auftakt: Das Erinnerungscafé von „Panorama_Partner“ hat am Freitag ein gutes Dutzend Gäste gezählt, die noch viel über das alte Isny wussten und einiges aus ihrem Alltag berichten konnten: Als es noch eine große Rolle spielte, ob man evangelisch oder katholisch war. Als Dorfbewohner mit Pferdekutschen am Sonntag in die Stadt kamen. Als die Läden nach der heiligen Messe noch von elf bis ein Uhr geöffnet hatten und sich die Menschen nach dem Einkauf in einer der 42 Wirtschaften, Gaststätten und Schankstuben trafen.

„Es war unheimlich interessant zu hören, was echte Ur-Isnyer zu erzählen hatten“, sagte die Leiterin des Projekts „Panorama_Partner“ strahlend am Ende des Nachmittags. Gespannt lauschte auch Tosca Maria Kühn, die Journalistin und Urenkelin des Postkartenmalers Eugen Felle den Erzählungen. „Es haben sich sehr interessante Persönlichkeiten in die Zunftstube aufgemacht“, freute sie sich. Darunter waren Geschäftsinhaber aus der Wassertorstraße, ein ehemaliger Gemeinderat, ein Filmforscher, ein Felle-Fan Jahrgang 1933, eine Stadtführerin, ein Handwerker, eine Nachbarin der Familie Felle, eine Frau aus der Vorstadt und eine Heimatforscherin. Alle erzählten viele Details aus ihrem Leben und noch mehr aus dem Leben in der Stadt Isny.

Zwar stand laut Ankündigung der Postkartenmaler Eugen Felle im Mittelpunkt der Gespräche, aber „es gibt wohl niemanden mehr, der ihn noch persönlich kannte, den wir noch nicht gefunden haben“, sagt Projektleiterin Ursula Winkler. Enttäuscht sei sie deshalb aber nicht. „Für mich ist es genauso spannend, mit Isnyern über frühere Lebensbedingungen und den Menschenschlag in dieser Stadt zu sprechen.“ Das Fazit von allen: „Sowas muss man öfters machen!“

(Artikel/Foto: Stefanie Böck, Schwäbische Zeitung vom 2. Januar 2018, Lokalausgabe Leutkirch/Isny/Bad Wurzach)

 

Frohes neues Jahr! Schwäbischer Albverein beginnt das Jahr auf den Spuren von Eugen Felle

Neujahrswanderung mit dem Schwäbischen Albverein auf den Spuren von Eugen Felle in Isny

Isny: Bürger sammeln Blicke auf ihre Stadt

Mitmachen bis 2019: Mit der Ausstellung „Isny von oben“ starten die „Panorama-Partner“

Aus dem Fonds „Stadtgefährten“ der Bundeskulturstiftung fließen in den kommenden zwei Jahren rund 150 000 Euro nach Isny – ein außerplanmäßiges, projektgebundenes „Geschenk“ für die städtischen Museen, das bundesweit nur vier Kommunen erhalten. „Und Isny ist die einzige Stadt in Süddeutschland“, betonte Bürgermeister Rainer Magenreuter unlängst bei der Vernissage zur Ausstellung „Isny von oben“. Die ist bis April 2018 während der allgemeinen Öffnungszeiten zu sehen in der Gotischen Halle im Rathaus, für Besucher über den Haupteingang zu erreichen im Erdgeschoss des Treppenhauses, rechts hinten durch die Tür. Der Eintritt ist frei.

„Isny von oben“ ist der erste öffentliche Auftritt des Projekts „Panorama-Partner“, das die Bundeskulturstiftung fördert und das „erklärungsbedürftig“ sei, wie Ursula Winkler einräumte. Eine Isnyerin habe es dennoch in einen Satz packen können: „Wertschätzung einst und heute“, fasste die Initiatorin und Projektleiterin vor den zahlreichen Eröffnungsgästen zusammen.

Die sind schon „Panorama-Partner“. Im Gegensatz zu noch möglichst vielen anderen Isnyern: Senioren und Kinder, Schulen und Vereine können und sollen ihren Blick auf ihre Heimatstadt schildern und darstellen, mit einbringen, Erinnerungen, Fotos, Dokumente beisteuern von einst und heute, für neuartige und historische Blicke von oben auf die Stadt und die Ortschaften, analog und virtuell.

Die ersten „Panorama-Partner sind gefunden: Mitglieder von Luftsportgruppe Isny, Schwäbischem Albverein, Freiwilliger Feuerwehr, Kinder der Grundschule, die Fotografen Rolf Brenner und Heinz Bucher, dessen Mit-Stadtforscher Roland Manz, natürlich Ute Seibold, Leiterin der Isnyer Museen, und Nicola Siegloch, die mit ihren Recherchen im Stadtarchiv „maßgeblich“ (Bürgermeister Magenreuter) beteiligt ist, aber auch die Hochschule Kempten. Sie alle haben zu „Isny von oben“ beigetragen, fasste Projektleiterin Winkler zusammen.

Zwei hob sie besonders hervor: Einerseits Georg Müller aus Unterzeil, der sich seit Jahren mit dem Isnyer Postkartenmaler und Fotografen Eugen Felle beschäftigt und bei der Vernissage in der Gotischen Halle verkündete: „Ich habe genau 13.350 Motive aus dem Internet gefischt und auf dem PC archiviert – erst gestern eine Darstellung aus Jerusalem“.

Kunstvolle Karten machen Isny in Europa bekannt

Denn Eugen Felle ist – andererseits – der Leitfaden des Projekts „Panorama-Partner“ (wir berichteten). Vor und nach dem Jahr 1900 machten seine Bilder und kunstvollen Illustrationen Isny europaweit bekannt, als Wintersport- und Erholungsort, als liebenswerte Kleinstadt im Allgäu, oft vor dem Panorama der Nagelfluhkette, sozusagen einem attraktiven geologischen Partner, die Stadt und das Land. Eugen Felles Wahrnehmung soll 2019 anlässlich seines 200. Geburtstages in die erste Sonderausstellung des Isnyer Stadtmuseums im neuen Domizil im Schloss münden; samt aller bis dahin gesammelten „Partner“-Beiträge und als Abschluss von „Panorama-Partner“ in Isny.

So waren denn drei Generationen der Familie Felle zu Gast bei der Vernissage: Allen voran Tosca Maria Kühn, die als Urenkelin die Fäden zwischen Winkler, Seibold und Siegloch, also Museum und Stadt, sowie den Felles spinnt. Aber auch Ur-Ur-Enkel Lorenz. Er hat eins der Bilder von Isny gemalt, die von der Kunstgruppe der Grundschule am Rain in „Isny von oben“ zu sehen sind.

Erinnerungscafé und Postkarten-Atelier

Auch außerhalb der Gotischen Halle wirken die „Panorama-Partner“: Am Freitag, 15. Dezember, sind ab 14 Uhr besonders ältere Isnyer eingeladen zum „Erinnerungscafé“ in der Zunftstube beim Museum am Mühlturm, einem Gedankenaustausch zur Frage: „Wer weiß noch was aus der Zeit von Eugen Felle?“ Tosca Maria Kühn wird erzählen und möchte mehr über ihren Urgroßvater erfahren.

Beim „Postkarten-Atelier“ am Samstag, 16. Dezember, können sich dann Kinder und Erwachsene – inspiriert von alten Isnyer Ansichten – in der Zunftstube von 10 bis 15 Uhr künstlerisch betätigen. Stifte, Farben und Papier werden gestellt, die Teilnahme ist kostenlos.

(Artikel: Tobias Schumacher, Schwäbische Zeitung vom 8. Dezember 2017, Lokalausgabe Leutkirch/Isny/Bad Wurzach)

 

 

Schwäbischer Albverein feiert „Panorama-Partnerschaft“ – und das eigene Jubiläum

Gut 50 Mitglieder und Freunde des Schwäbischen Albvereins, Ortsgruppe Isny (SAV), haben sich im Bayrischen Wirt zu einem geselligen Nachmittag im 120. Jahr des Bestehens getroffen – zu Ehrungen und zu Informationen rund ums Museums-Projekt „Panorama-Partner.“ Peter Clement überbrachte die Glückwünsche der Stadt, berichtete von den aktuellen „Baustellen“ und in diesem Zusammenhang auch von seinem persönlichen Wunsch, dass doch bei der Marktplatzgestaltung die Platanen geschont werden sollten. Diesem Wunsch schloss sich der SAV einstimmig an.

Gerlinde Maier, die SAV-Vorsitzende, konnte Georg Hofer für 40 Jahre Vereinsmitgliedschaft ehren, der aus gesundheitlichen Gründen aber nicht anwesend sein konnte. Für 25 Jahre ehrte Maier ihre Tochter Franziska, die wegen ihres Studiums auch nicht kommen konnte, und Gerda Butscher, ebenfalls für 25 Jahre und für ihre „unermüdliche, vorbildliche Hilfsbereitschaft“.

Jürgen Tischer zeigte Bilder vom groß gefeierten 100-jährigen Vereinsjubiläum vor 20 Jahren mit tausenden Besuchern aus der Albvereinswelt Baden-Württembergs. Es wurde daran erinnert, dass Maier zum 100-jährigen SAV-Leitung von Vorgänger Karl Porzelius übernommen hatte. Bilder erinnerten auch an den 30. Geburtstag des Turms auf dem Schwarzen Grat im Jahr 2001, für den sich der SAV verantwortlich sieht und damit Garant ist für das „Panorama“, das Besteiger bei klarem Wetter genießen könnne.

Hier schloss Isnys Museumsleiterin Ute Seibold an: Sie stellte sich als die Glückliche vor, die sich mit der „Geschichte einer geschichtsträchtigen Stadt“ beschäftigen darf – und ihre Partnerin in Sachen „Panorama-Partner“, Ursula Winkler aus Kempten. Bei diesem Projekt gehe es um den genialen, vor rund 100 Jahren europaweit gefragten Isnyer Postkartenmaler Eugen Felle, dessen Geburtstag vor 150 Jahren 2019 groß gefeiert werden soll. „Panorama“ auch deshalb, weil Felle oft zwei oder drei Szenen eines Ortes (Kartuschenobjekte) auf eine Postkarte gemalt hat und meist im Hintergrund auch ein fantasievolles Panorama, eine Landschaft.

Das Stichwort „Partner“ solle die Absicht ausdrücken, dass die Museumsleute bis zum Jubiläum so viele Partner wie nur möglich aktivieren und mitnehmen wollen: Vereine, Schulen, Kindergärten, Familien, Jugendliche, Menschen mit und ohne Behinderung, so erklärten die beiden Museumsfrauen.

Feuerwehr, Luftsportgruppe, Hochschule Kempten, Kinder- und Jugendarbeit Isny und eben auch der SAV hätten sich bereits angeschlossen. Sie alle hätten etwas mit dem Blick von oben, aus der Vogelperspektive und in die Zukunft zu tun – gleich dem Panoramablick, einer Perspektive, mit der Felle gerne gemalt habe.

Sie wollte also möglichst die ganze Stadt mitnehmen im Erkunden und Entdecken von Felles Szenen, in seiner Zeit vor gut 100 Jahren und im Vergleich zur Jetztzeit. Das städtische Archiv habe bereits knapp 500 verschiedene Felle-Postkarten „ausgegraben“, und da gebe es eine ganze Menge zu entdecken, mutmaßte Winkler. Die Ausstellung zur „Stadtwahrnehmung“ in der Gotischen Halle im Rathaus ist ab dem heutigen 23. November täglich während der Geschäftszeiten der Stadtverwaltung geöffnet.

(Artikel: Walter Schmid, Schwäbische Zeitung vom 22. November 2017, Lokalausgabe Leutkirch/Isny/Bad Wurzach)