Schwäbischer Albverein feiert „Panorama-Partnerschaft“ – und das eigene Jubiläum

Gut 50 Mitglieder und Freunde des Schwäbischen Albvereins, Ortsgruppe Isny (SAV), haben sich im Bayrischen Wirt zu einem geselligen Nachmittag im 120. Jahr des Bestehens getroffen – zu Ehrungen und zu Informationen rund ums Museums-Projekt „Panorama-Partner.“ Peter Clement überbrachte die Glückwünsche der Stadt, berichtete von den aktuellen „Baustellen“ und in diesem Zusammenhang auch von seinem persönlichen Wunsch, dass doch bei der Marktplatzgestaltung die Platanen geschont werden sollten. Diesem Wunsch schloss sich der SAV einstimmig an.

Gerlinde Maier, die SAV-Vorsitzende, konnte Georg Hofer für 40 Jahre Vereinsmitgliedschaft ehren, der aus gesundheitlichen Gründen aber nicht anwesend sein konnte. Für 25 Jahre ehrte Maier ihre Tochter Franziska, die wegen ihres Studiums auch nicht kommen konnte, und Gerda Butscher, ebenfalls für 25 Jahre und für ihre „unermüdliche, vorbildliche Hilfsbereitschaft“.

Jürgen Tischer zeigte Bilder vom groß gefeierten 100-jährigen Vereinsjubiläum vor 20 Jahren mit tausenden Besuchern aus der Albvereinswelt Baden-Württembergs. Es wurde daran erinnert, dass Maier zum 100-jährigen SAV-Leitung von Vorgänger Karl Porzelius übernommen hatte. Bilder erinnerten auch an den 30. Geburtstag des Turms auf dem Schwarzen Grat im Jahr 2001, für den sich der SAV verantwortlich sieht und damit Garant ist für das „Panorama“, das Besteiger bei klarem Wetter genießen könnne.

Hier schloss Isnys Museumsleiterin Ute Seibold an: Sie stellte sich als die Glückliche vor, die sich mit der „Geschichte einer geschichtsträchtigen Stadt“ beschäftigen darf – und ihre Partnerin in Sachen „Panorama-Partner“, Ursula Winkler aus Kempten. Bei diesem Projekt gehe es um den genialen, vor rund 100 Jahren europaweit gefragten Isnyer Postkartenmaler Eugen Felle, dessen Geburtstag vor 150 Jahren 2019 groß gefeiert werden soll. „Panorama“ auch deshalb, weil Felle oft zwei oder drei Szenen eines Ortes (Kartuschenobjekte) auf eine Postkarte gemalt hat und meist im Hintergrund auch ein fantasievolles Panorama, eine Landschaft.

Das Stichwort „Partner“ solle die Absicht ausdrücken, dass die Museumsleute bis zum Jubiläum so viele Partner wie nur möglich aktivieren und mitnehmen wollen: Vereine, Schulen, Kindergärten, Familien, Jugendliche, Menschen mit und ohne Behinderung, so erklärten die beiden Museumsfrauen.

Feuerwehr, Luftsportgruppe, Hochschule Kempten, Kinder- und Jugendarbeit Isny und eben auch der SAV hätten sich bereits angeschlossen. Sie alle hätten etwas mit dem Blick von oben, aus der Vogelperspektive und in die Zukunft zu tun – gleich dem Panoramablick, einer Perspektive, mit der Felle gerne gemalt habe.

Sie wollte also möglichst die ganze Stadt mitnehmen im Erkunden und Entdecken von Felles Szenen, in seiner Zeit vor gut 100 Jahren und im Vergleich zur Jetztzeit. Das städtische Archiv habe bereits knapp 500 verschiedene Felle-Postkarten „ausgegraben“, und da gebe es eine ganze Menge zu entdecken, mutmaßte Winkler. Die Ausstellung zur „Stadtwahrnehmung“ in der Gotischen Halle im Rathaus ist ab dem heutigen 23. November täglich während der Geschäftszeiten der Stadtverwaltung geöffnet.

(Artikel: Walter Schmid, Schwäbische Zeitung vom 22. November 2017, Lokalausgabe Leutkirch/Isny/Bad Wurzach)